Rücktritt von Landeschef Bastian Atzger gefordert – „Politisch ins Abseits geführt“
Kreis Göppingen. Zehn mitgliederstarke Kreisverbände der Mittelstandsunion (MIT) in Baden-Württemberg, haben den Landesvorstand der Organisation um Bastian Atzger, zum Rücktritt aufgefordert. Zu den Kreisvorsitzenden, die ein entsprechendes Schreiben unterzeichnet haben, gehört auch der Göppinger MIT-Chef Ralf Semmler.
Anlass für den Unmut über die MIT-Landessitze sind Äußerungen Atzgers im Verbandsmagazin „Wirtschaftsforum“ zum zurückliegenden Landtagswahlkampf der CDU und ihres Spitzenkandidaten Manuel Hagel. „Ihre Aussagen stoßen bei den Unterzeichnern dieses Offenen Briefs auf Unverständnis und Verärgerung. Herr Atzger, Sie sprechen mit Ihrer Wortwahl und dieser Art der Kommunikation nicht für uns“, heißt es in dem Schreiben der MIT-Kreisverbände. Der Göppinger MIT-Kreisvorsitzende Ralf Semmler betont: „ Als Landesvorsitzender der MIT ist es Atzgers Aufgabe, sich konstruktiv in Strategie und Inhalte der Landespartei einzubringen – nicht, im Nachhinein öffentlich gegen die eigene Partei zu polemisieren.“ Als Mitglied des CDU-Landesvorstands hätte Atzger dort die Position des Mittelstandes einbringen können – und müssen. Stattdessen trete er nun im Nachgang besserwisserisch nach. Dies sei stillos und nicht konstruktiv.
Die die Rücktrittsforderung unterzeichneten zehn Kreisverbände werfen Atzger zudem vor, die MIT Baden-Württemberg organisatorisch wie politisch ins Abseits geführt zu haben. „Mitgliederzahlen und Finanzen hätten sich deutlich negativ entwickelt – die MIT Baden-Württemberg verzeichne die meisten Austritte bundesweit, während andere Landesverbände wachsen würden. „Das ist ein alarmierendes Zeichen und Ausdruck Ihrer fehlenden Führung.“
Für die MIT-Kreisverbände ist klar: Es gibt keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit Atzger an der Spitze der MIT Baden-Württemberg. „Wir fordern Sie auf, Ihr Amt als Landesvorsitzender mit sofortiger Wirkung niederzulegen und den Weg für eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung freizumachen. Hierzu halten wir einen außerordentlichen Landesmittelstandstag zur Aufarbeitung der Situation für dringend erforderlich“, heißt es in dem Schreiben.
